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Arbeit zum Thema El Niño

8. Das La Niña Phänomen

Unter dem Begriff "La Niña" versteht man das Gegenteil vom El Niño. Darauf weist auch der Name hin: El Niño heisst "das Christkind" oder auch nur "der Knabe", La Niña hingegen "das Mädchen".

Während eines La Niña Jahres ist der Druckunterschied zwischen dem Tiefdruckgebiet über Indonesien und dem Hochdruckgebiet westlich von Südamerika sehr stark (deshalb vorwiegend positiver SOI). Dies treibt die Passatwinde stärker als normal an. Dadurch transportieren diese mehr Wasser Richtung Westen, an der Küste Südamerikas steigt mehr kaltes Wasser aus der Tiefe empor. Dadurch liegt die Meerestemperatur im Ostpazifik unter dem Normalwert, im Westpazifik über dem Normalwert.

Die letzten typischen La Niña-Jahre waren 1995/96, 1988/89 und 1975/76.

Vergleiche des SOI
Verlauf des SOI 1975/76 (blau) bzw. 1982/83 (rot)

Die vorwiegend positiven Werte der blauen Linie zeigen 1975/76 als typische La Niña-Zeit, an den negativen Werten der roten Kurve lässt sich 1982/83 als El Niño-Zeit erkennen. Deutlich zu erkennen ist, dass beide Phänomene ihren Höhepunkt während des Südsommers haben.


9.1 Der aktuelle El Niño

Der wichtigste Grund, wieso wir dieses Thema gewählt haben ist die Aktualität. Der momentane El Niño erreicht im Moment (Ende 1997) gerade seinen Höhepunkt. Es bewahrheitet sich immer mehr, dass der aktuelle El Niño der stärkste ist, den man je gemessen hat. Die Stärke eines El Niño wird durch den Southern Oscillation Index (SOI) quantifiziert. Dabei wird der Monatsdurchschnitts des Luftdrucks von Darwin (in hPa) vom Luftdruck von Tahiti abgezogen. Oft wird das Ergebnis noch mit hundert multipliziert. Dabei liegt im Normalfall der Luftdruck Tahitis um einiges höher als derjenige von Darwin, da Tahiti in der Zone des Hochs liegt, Darwin hingegen in der Zone des Tiefs. Im Normalfall nimmt der SOI also positive Werte an. Im El Niño Fall bricht das Hoch vor der Westküste Südamerikas aber zusammen. Da nun die Luft in die Gegenrichtung strömt, muss der SOI zwangsläufig negativ sein, da die Luft immer vom höheren Luftdruck zum niedrigeren strömt. Der Verlauf des SOI dieses Jahres liess schon sehr früh die Vermutung zu, dass uns Ende des Jahres der Jahrhundert El Niño bevorstünde. Diese Vermutung und die Vorausberechnungen haben sich bestätigt. Dieses Jahr sank der El Niño so tief wie noch nie seit Messungsbeginn. Die dadurch erhitzte Wasserfläche, die über zweieinhalb Grad wärmer ist als normal, ist etwa eineinhalb mal so gross wie die USA. Die Folgewirkungen des El Niño nehmen natürlich mit der Stärke des Phänomens zu. Man befürchtet deshalb, dass die nächste Zeit vor allem auf der Südhalbkugel, aber auch im ganzen Pazifikraum von starken klimatischen Anomalien dominiert sein wird.


9.2. Vergleich mit anderen Jahren

Im Vergleich zu anderen Jahren, kann man schon jetzt feststellen, dass der aktuelle El Niño ein Ausmass wie lange schon nicht mehr hat. Die Klimaforscher gehen sogar davon aus, dass er der stärkste El Niño seit Messbeginn werden wird. Besonders am aktuellen El Niño ist, dass die Warmwasserströmung nach Osten dieses Jahr schon ungewöhnlich früh eingesetzt hat und sehr schnell ein grosses Ausmass annahm.

 Die letzten El Niño im Vergleich.
Die letzten El Niño im Vergleich.

Wie in der Grafik zu sehen ist, ereignete sich im Jahre 1982/83 der stärkste El Niño der bisherigen Beobachtung dieses Phänomens. Damals kamen weltweit mehr als 1500 Menschen durch die von El Niño verursachten Wetterveränderungen ums Leben. Zudem entstand ein Sachschaden von ungefähr 6 Milliarden Franken. Der gegenwärtige El Niño wird mindestens so stark oder sogar noch stärker als der damalige sein.


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© by Micha Riser und Roman Racine,